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Der Name Liegl

(ein sehr biographischer Text vom 23.3.2020)

Als ich vor meiner Heirat am 15. Juni 1978, also Anfang des Jahres 1978, im Standesamt am Mariahilfplatz in München, das damals wohl auch für Giesing zuständig war, meinen Namen „Liegl“ nicht als künftigen Familiennamen und als diesen Familiennamen den Namen meiner zukünftigen Ehefrau übernehmen wollte, reagierte mein Vater eher panisch. 
Er meinte, daß sich mein Großvater, der gut 10 Jahre vorher gestorben war, im Grab umdrehen würde.
Also bin ich ein zweites Mal zum Standesamt, um diese  zukünftige Änderung rückgängig zu machen. Bei der eigentlichen Trauung hab ich dann meinen Familiennamen Liegl behalten, und auch meine Frau hat diesen Namen angenommen.

Ein paar Anmerkungen dazu:

  • Ich war der erste von 5 Kindern meines Vaters, der geheiratet hat.
  • Ich befand mich damals im 8. Semester meines Elektrotechnik-Studiums, also kurz vor dem Ende und einer möglicherweise glänzenden Kariere. Jedenfalls waren wohl alle Voraussetzungen für Kinder mit dem Namen Liegl da.
  • Leider kann ich nun spontan ein paar Dinge nicht mehr klar sehen:
  1. Wo hab ich zu der Zeit gelebt?

Amtlich gemeldet war ich wohl schon noch in Giesing, sonst wäre ein anderes Standesamt zuständig gewesen. Gefühlt hab ich mich aber sehr viel bei meiner zukünftigen Frau und deren Eltern in Sendling aufgehalten.

  1. Wie kam es zum Zerwürfnis mit meinem Vater?

Es kam im Anschluß an die standesamtliche Trauung zu einem nicht mehr zu kittenden Bruch zwischen meinem Vater und meinem Schwiegervater. Dabei ging es wohl erst mal um die Rechnung für das Essen nach der Zeremonie, das im Opatia am Viktualienmarkt stattfand. Soweit ich mich erinnern kann, wollte mein Schwiegervater auch diese Rechnung begleichen, wie er schon meine Ausstattung, und auch die noch kommende Hochzeitsfeier im Isartal finanzieren wollte. Er hatte sicher weniger Geld zur Verfügung wie mein Vater, aber nur 1 Tochter. Und er hatte bei mir doch einen sehr viel größeren Stein im Brett. Da könnte auch Eifersucht, zusätzlich, eine Rolle gespielt haben. Jedenfalls hab ich danach den Kontakt mit meinen Eltern doch sehr zurückgefahren und für Jahre, ja Jahrzehnte, ganz unterbrochen.

  1. Welche Rolle hat meine Mutter dabei gespielt?

Soweit ich mich erinnern kann: Keine. Oder höchstens ihre, aus meiner Sicht, übliche: eine still Leidende.

  1. Was war mit meiner Schwiegermutter?

Bei diesem konkreten Konflikt war sie auf der Seite ihres Ehemanns, der Tochter, und meiner. Darüber hinaus hatte ich ein gutes bis sehr gutes Verhältnis mit ihr,das, soweit ich mich erinnern kann, etliche Male fast ins erotische (zumindest von meiner eher spätpubertären Seite aus) abgeglitten wäre.

  1. Was ist daraus geworden?

Ich war wohl, aus meiner heutigen Sicht, nicht reif für eine Ehe, schon gar nicht für eine Vaterschaft. Letztere ist nie erfolgt, erstere wurde von meiner Ehefrau, nach jahrelangem Fremdgehen von ihr und auch von mir, nach 13 Jahren durch Scheidung beendet. 
Sie hat bis heute nicht mehr geheiratet, ich auch erst 37 Jahre danach. Ihr Vater ist schon während unserer Ehezeit gestorben, ihre Mutter vor ein paar Jahren, also deutlich nach unserer Scheidung. Meine Mutter starb 2009, mein Vater 2012, meine Exfrau lebt mit ihrer Katze in der Nähe von Augsburg und ist wohl immer noch berufstätig.

Offene Fragen:

  1. Was hatte es mit dem Familiennamen Liegl auf sich?

Heute glaube ich Folgendes: Mein Vater hat sich sehr mit diesem Namen identifiziert, auch durch seine Familienforschung in 1943, 1944. Er war auch wohl sehr daran interessiert, daß es auch in Zukunft Träger dieses Namens gibt, und entsprechend entäuscht, daß ich keine Kinder hatte. Bei meiner zweiten Beziehung konnte er auf Namensträger nicht hoffen, da ich meine Partnerin nicht geheiratet hab und sie aus ihrer ersten Ehe 2 Söhne mitbrachte, die schon einen, anderen, Familiennamen hatten. Und auch bei meiner dritten Partnerin, die Hochzeit erlebte er nicht mehr, war keine Aussicht auf eigene Kinder, da auch sie schon 2 Söhne hatte und noch verheiratet war. Außerdem ist sie 12 Jahre älter als ich.
Kann mich nicht erinnern, daß mein Opa, zu seinen Lebzeiten bis deutlich vor meiner ersten Hochzeit, mal was dazu gesagt hätte. Er starb, als ich so 14 Jahre alt, also grad in der Unterstufe Gymnasium, mit sehr guten Noten, war. 
Seine zweite Frau, meine erste wirkliche Bezugsperson vor meiner Mutter, starb 1975, also 3 Jahre vor meiner Hochzeit. Da war ich 19 und grad frischgebackener Student.
Aus den Ehen meiner Geschwister gingen allerdings Söhne hervor, von denen einer sogar zu Lebzeiten meines Vaters einen Sohn mit dem Familiennamen Liegl hatte. Also alles in Butter mit Liegl.

  1. Warum hatte ich keine Kinder aus erster Ehe?

Das ist wirklich eine gute Frage, mit bisher zumindest einer konkreten Antwort, der von mir damals: Ich fühlte mich nicht in der Lage, eine solche Verantwortung zu übernehmen. Ja, heiraten schon, aber keine Kindern, keine Familie. Möglicherweise eine geschützte Umgebung für Spaß und Sex. Es ist mir von dem an sich guten Einkommen bei Siemens ab 1980 nach der Scheidung auch nichts mehr übrig geblieben. 

Was dachten denn meine Frau und meine Schwiegereltern darüber? Meine Frau hat es schon vor der Hochzeit gewusst und wohl so akzeptiert, meine Schwiegereltern haben sicher immer noch gehofft. Allerdings hatte meine Frau noch einen Bruder, der auch geheiratet und eine Familie mit Kind hat. Diesen Enkel hat allerdings mein Schwiegervater, soweit ich mich erinnern kann, nicht mehr mitbekommen.

Der Name Liegl

Im Grunde ist es immer noch rätselhaft, und ich hab auch keine vernünftige und belastbare Erklärung zu dem Ganzen. Interessant ist immerhin, daß ich nun auch vom Namen Liegl und seiner Wanderung durch die Jahrhunderte fasziniert bin. Mit der daraus resultierenden Familienforschung bin ich schon ein ganzes Stück über der meines Vaters hinausgekommen. Mein primäres Interesse lag von Anfang an bei den Vorfahren väterlicherseits, hauptsächlich bei denen mit dem Namen Liegl. Da bin ich im Augenblick bei so 7-8 Generationen zurück in der Oberpfalz und denke, daß ich auch noch die Grenze ins damalige Böhmen überschreiten werde.

Das DP-Nebenlager in der Landwirtschaftsschule in Eichstätt

Das DP-Nebenlager
in der Landwirtschaftsschule
in Eichstätt
Werner Liegl
22.03.22
1 Inhaltsverzeichnis
Vorwort…………………………………………………………………………………….3
Allgemeine Erklärungen zum Titel…………………………………………………….4
Was sind DPs?…………………………………………………………………………4
Das Nebenlager als Ergänzung zum Hauptlager…………………………………4
Die Landwirtschaftsschule in Eichstätt…………………………………………….5
Die Stadt Eichstätt……………………………………………………………………5
Das Hauptlager in der Jägerkaserne………………………………………………….7
Überblick über die Entwicklung der Jägerkaserne……………………………….7
Das Oflag VII/B………………………………………………………………………..7
Polnische Offiziere………………………………………………………………….7
Belgische Offiziere………………………………………………………………….7
Briten…………………………………………………………………………………7
Gefangene verschiedener Nationen……………………………………………..8
Die Jägerkaserne als DP-Lager……………………………………………………..8
Defiinition DP……………………………………………………………………….8
Betreuung der DPs…………………………………………………………………8
Nationalitäten in Eichstätt………………………………………………………..8
Das Jahr 1947 in der Jägerkaserne……………………………………………..8
Das Jahr 1947 in Eichstätt………………………………………………………..9
Die Auflösung des DP-Lagers in der Jägerkaserne……………………………9
Das weitere Schicksal der Jägerkaserne………………………………………..9
Das Nebenlager in der alten Wehrmachtskommandatur…………………………10
Das Nebenlager in der Gemmingenstraße 4……………………………………….11
Die Vorgeschichte des Gebäudes………………………………………………….11
Die alte Landwirtschaftsschule: von DPs bewohnt……………………………..11
Der Weg der DPs nach Eichstätt……………………………………………….12
Das Heizproblem und die DPs…………………………………………………..12
Der Betsaal……………………………………………………………………..12
Das Ritualbad…………………………………………………………………..12
Die Hochschule…………………………………………………………………13
Die Abreise der DPs………………………………………………………………13
Die Zeit bis zum Abriss der Landwirtschaftsschule………………………….13
Zusammenfassung……………………………………………………………………..15
Anhang…………………………………………………………………………………..16
Anmerkungen………………………………………………………………………..16
Worterklärungen…………………………………………………………………….17
Vorwort
Warum schreibt man, im April 2022, rund 75 Jahre nach den wesentlichen
Ereignissen, einen Text über die Zeit von 1945-1949, die der Verfasser nicht
erlebt hat, in Eichstätt, was weder Herkunft noch Wohnort des Verfassers ist?
Eine Teilantwort könnte so lauten:
Das Gebäude des Nebenlagers, die ehemalige Landwirtschaftsschule, wurde im
Jahr 2019, also vor 2 Jahren, abgerissen, rückgebaut, und noch heute ist vom
Satellit aus dort nur eine große helle Fläche zu sehen. Die Vergangenheit, wie
ausgelöscht, mit einem Schwamm von der Landkarte gewischt.
Natürlich existiert ein Konzept für die Neu-Überbauung durch den Landkreis.
Inzwischen tun die Mitarbeiter am Rand des Grundstücks in modern
ausgestatteten Baucontainern ihren Dienst.
Aber der Anblick der Kiesfläche aus der Nähe, eben im Jahr 2022, war,
zumindest für den Verfasser, so erschüttternd, so aufrüttelnd: er erfordert eine
Gedenkminute über die Vorgänge dort vor 75 Jahren.
Das soll dieser Text leisten. Und wenn er der einzige ist und bleibt, der sich
eine solche Aufgabe vorgenommen hat.
Natürlich erklärt sich damit noch nicht ganz die Motivation des Verfassers. Aber
es darf auch ein (weiteres) Stück Dunkel um das DP-Nebenlager in der
Gemmingenstraße bleiben, so wie sich wahrscheinlich auch nicht alle Details
des DP-Nebenlagers in das heutige Licht des Beobachters zerren lassen
werden.
Werner Liegl, München und Eichstätt, im April 2022
Allgemeine Erklärungen zum Titel
Was sind DPs?
DPs = Displaced Persons
Wird auch, vor allem früher, oft mit „Verschleppte“ übersetzt 1
. Wörtlich
bedeutet displaced einfach „Von einem Ort weg“ bewegt.
DP hat sich aber im deutschsprachigen Raum, vor allem in der amerikanischen
Kulturumgebung, bis heute als Standard für diese Gruppe Menschen
eingebürgert. Es scheint auch synonym für heimatlos verwendet, zumindest
verstanden, worden zu sein.
In der Amerikanischen Zone (zu der Bayern, und natürlich auch Eichstätt,
gehörte) verstand man ab 1945 darunter vor allem Menschen beliebiger
Nationalitäten, außer der deutschen, und religiöser Ausrichtungen, die aus
Konzentrations- oder Kriegsgefangenenlagern befreit wurden.
Normalerweise wurde umgehend nach der Befreiung, die ja im Volksmund
immer noch einen Touch von Besetzung hat, versucht, sie in ihre Heimat
zurückzuführen. In gut 80% der Fälle 2
gelang dies auch sehr zügig.
Übrig blieben Personen, die
 nicht in ihre Heimat zurück wollten oder konnten
 nicht in ihr Wunschland emigrieren konnten, weil das Land z:B. die
Einwanderung begrenzte 3
, oder sie aus gesundheitlichen Gründen nicht
einreisen ließen.
 simpel zu alt waren.
Dazu kamen aber, hauptsächlich in der amerikanischen Zone, noch Menschen,
die nicht aus KZs mit Hilfe der alliierten Truppen befreit worden waren,
sondern aus anderen Gründen, meist mit Hilfe von jüdischen
Untergrundorganisationen wie die Bricha (Flucht) illegal in den Westen
gelangten, z.B. die Flüchtlinge (vor Progromen) aus Polen 4
, die aber trotzdem
aus verschiedenen Gründen in Deutschland bleiben wollten.
Das Nebenlager als Ergänzung zum Hauptlager
Natürlich hießen die Institutionen nicht Lager, weil amerikanische Behörden
diese Orte schaffen mussten und sicherlich englische Begriffe dafür nutzten,
der Name Lager doch zu nah am Begriff Konzentrationslager war, von denen
man sich erst mal deutlich absetzen wollte, auch wenn man mit dieser Menge
an DPs im Endeffekt nicht adäquat umgehen konnte.
De Facto (wie sich im Harrison Report 5
vom Aug.1945 widerspiegelte) hatte
sich anfangs gegenüber den deutschen KZs (auch denen in heutigen Polen) nur
die Nationalität der Bewacher und, gelegent- und hoffentlich, auch deren
geistige Einstellung zu den Menschen in den Lagern geändert. Und die LagerInsassen mussten nun nicht mehr mit ihrem Tod rechnen. Sie waren ja befreit.
Nebenlager hieß das Gebäude der (ehemaligen) Landwirtschaftsschule in
Eichstätt deshalb, weil es in Eichstätt, ohne eigenes Dazutun der Gemeinde,
ein Hauptlager und zwei Nebenlager für DPs gab, alle von der amerikanischen
Militärbehörde unfreiwillig für die Eichstätter eingerichtet. Insgesamt waren an
allen drei Standorten im Maximum 1400 Menschen untergebracht.
Das Hauptlager befand sich in der (ehemaligen) Jägerkaserne östlich der
Innenstadt, das erste Nebenlager im (ehemaligen) Hauptquartier der
Wehrmacht, gut 700 m von der Jägerkaserne entfernt, in Richtung Innenstadt.
Und eben das 2. Nebenlager in der (gar nicht so ehemaligen)
Landwirtschaftsschule, ca. 3 km in nordwestlicher Richtung vom Hauptlager
entfernt, zwar immer noch in der Stadt Eichstätt, aber doch ein Stück weg.
Im Gegensatz zu den beiden anderen Lagern waren in der
Landwirtschaftsschule ab November 1949 orthodoxe Juden untergebracht, die
mit den anderen Juden, in den beiden anderen Lager nicht zusammenleben
konnten oder wollten 6
.
Die Landwirtschaftsschule in Eichstätt
Diese Bezeichnung stammt von der ursprünglichen Nutzungsabsicht des
Gebäudes 7, (die freilich vor 1949 nicht erreicht werden konnte).
Die Stadt Eichstätt
Aus der offiziellen Stadtchronik von Eichstaett.de:
1943 bis 1971: Bischöfliches Lyzeum, bis 1950 in enger Verbindung mit dem
1838 erneuerten Bischöflichen Seminar, seit 1924 Bischöfliche PhilosophischTheologische Hochschule, 1970 bis 1972 Kirchliche Theologische Hochschule in
Bayern, Sitz Eichstätt. Die Schule erlangte überregionale Bedeutung während
des Kulturkampfes, in der NS-Zeit und nach dem Zweiten Weltkrieg.
1945: Eichstätt wird vorübergehend Sitz der Apostolischen Nuntiatur in
Deutschland; Nuntius Caesare Orsenigo zieht aus dem kriegszerstörten Berlin
am 8. Februar nach Eichstätt und wird im Bischofspalais aufgenommen
(gestorben am 1. April 1946 in Eichstätt). – Am 26. April Einmarsch der
Amerikaner. Als großes Kriegsgefangenenlager und Lazarettstadt blieb Eichstätt
ohne Kriegsschäden.
1951: Gründung der Bayerischen Bereitschaftspolizei in Rebdorf, ab 1952 in
Eichstätt, Jägerkaserne.
https://www.eichstaett.de/geschichtstafel
Zeitzeugen berichten:
Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Eichstätt
In Eichstätt haben die Bürger kaum etwas vom Krieg mitbekommen,
abgesehen davon, dass kaum noch ein Mann in der Stadt war. Wegen der
fehlenden Industrie bot sich den Alliierten kein lohnenswertes Angriffsziel,
weshalb kaum Kriegsschäden zu beklagen waren. Im April 1945 rückten die
Amerikaner jedoch immer näher. Die Eichstätter wurden immer nervöser, denn
selbst im verlorenen ersten Weltkrieg hatte nie ein fremder Soldat auch nur
einen Fuß in die Stadt gesetzt. Vorsorglich wurden vorhandene Waffen in den
Fluss geworfen, Essensvorräte wurden geplündert und sogar die Spitalbrücke
wurde gesprengt. Doch die Amerikaner zeigten sich beim Einmarsch als
friedfertig. Gefahr ging vielmehr von den eigenen Leuten aus. So wurden am
Abend vor dem Eintreffen der Amerikaner noch zwei Männer gehängt. Sie
sollen Volksverräter gewesen sein, weil sie die Sprengung der Spitalbrücke
verhindern wollten. Tatsächlich war die Sprengung aber purer Unsinn. Die
Amerikaner konnten mit ihren modernen Panzern mit Hilfe von Schienen
dennoch darüber fahren.
https://web.archive.org/web/20190210152623/https://www.intv.de/zeitzeuge
n-berichten-das-ende-des-zweiten-weltkriegs-in-eichstaett-85057/
Aus Wikipedia:
Hier kommt eine Kurzfassung der Geschichte Eichstätts hin (Wikipedia)
https://de.wikipedia.org/wiki/Eichst%C3%A4tt
Bavariathek:
Die Kriegsschäden waren gering, da sich Lazarette und Kriegsgefangenenlager
in der Stadt befanden. Der einrückenden US-Armee wurde kaum Widerstand
entgegengebracht. Noch 1945 wurde ein UNRRA-Lager eingerichtet. Da das
Bevölkerungswachstum in Eichstätt nicht so rasant verlief wie andernorts, hielt
sich auch die Neubautätigkeit in Grenzen.
(https://www.bavariathek.bayern/wiederaufbau/orte/detail/eichstaett/151)
Das Hauptlager in der Jägerkaserne
Überblick über die Entwicklung der Jägerkaserne
1897 – III. Bataillon des k.b. Inf.Reg.21
1913 – III. Bataillon des k.b. Inf.Reg. 13
1915 – Rekrutendepot des k.b. Armee
1919 – 7. Kompanie Reichswehr Inf.Reg. 48
1920 – Staatliche Polizeiwehr
1921 – Polizeivorschule der Bay. Landespolizei
1934 – Sport- und Führerschule der SA
1935 – Ergänzungsbataillon Inf.Reg. 34
1937 – Ergänzungsbataillon Inf.Reg. 63
1939 – Lager für kriegsgefangene Offiziere (Oflag)
1945 – UNRRA bzw. IRO-Lager
1949 – Zivile Nutzung
1952 – II. Bereitschaftspolizeiabteilung
Interessant in diesem Zusammenhang ist die Zeit zwischen 1939 und 1949, die
10 Jahre, auf die es hier ankommt. Eigentlich hauptsächlich nur 1945 bis 1949.
In diesen knapp 4 Jahren diente die Jägerkaserne als DP-Lager für die
Amerikanische Militärverwaltung bzw. die UNRAA und danach die IRO.
Das Offizierslager Oflag VII/B
(1939-1945)
Polnische Offiziere
(Okt 1939- nach Feb 1940)
Belgische Offiziere
(nach Apr 1940 – Aug 1942)
2000 Offiziere und rund 400 Unteroff. + Mannschaften
Briten
(1942 – )
2000 Offiziere + Ordonanzen
Sommer 1944: 1124 engl. Offizier
Gefangene verschiedener Nationen
(- Apr 1945)
April 1945: Verlegung von russischen Kriegsgefangenen aus dem Großraum
Nürnberg in die Kaserne nach Eichstätt
Die Jägerkaserne als DP-Lager
(Mai 1945-1949)
Definition des Begriffs DP

  • Fremdarbeiter
  • ehemalige Kriegsgefangen
  • ehemalige KZ-Insassen
  • Ausländer, die vor den Russen in den Westen geflüchtet waren
    Betreuung der DPs
    Alle diese Menschen wurden als Displaced Persons (DPs) bezeichnet und bis
    1947 durch die UNRRA betreut.
    Ab dann war die IRO (Sitz Genf) für sie zuständig.
    Nationalitäten in Eichstätt
    Anfangs:
    1100 Polen (die meisten kehrten noch 1945 nach Polen zurück)
    300 Ukrainer
    Im Jahr 1946 lebten hauptsächlich Balten in der Jägerkaserne (Feb 1946
    Bericht im Donaukurier). Weiterer Bericht dort am 9.8.1946 über ein Lettisches
    Sängerfest (in der ev. Kirche und an der Thingstätte)
    Das Jahr 1947 in der Jägerkaserne
    Im Jahr 1947 waren es überwiegend Juden aus Osteuropa.
    Am 2. April Einbruch in ein Magazin der Jägerkaserne.
    Am 8. Mai Razzia dort wg. Jungrindern.
    Am 11.6.1947 Brand in der mit 906 DPs belegten Jägerkaserne (Theaterhalle).
    Im September 1947 ORT (Ausbildung, Sitz in Genf) im Hotel Traube.
    18.11.1947 (Aufgaben des ORT) und 12.12.1947 (Konferenz der ORTDirektoren in Eichstätt) Berichte im Donaukurier über ORT.
    14.11.1947 Bericht im Donaukurier über die Verhaftung eines Tschechen in der
    Jägerkaserne wegen Raubs in Inning.
    Ein Pole erhielt eine Gefängnisstrafe von 3 Wochen wegen Schwarzhandels.
    Das Jahr 1947 in Eichstätt
    1947: 12708 Personen
    4479 Neubürger, davon 2427 Ausländer (1478 von IRO betreut, 418 in
    Privatwohnungen).
    Die Auflösung des DP-Lagers in der Jägerkaserne
    Am 3.8.1949 Auflösung geplant (Bericht in der Eichstätter Volkszeitung)
    Im September 1949 lebten noch rund 1000Tschechoslowaken in der
    Jägerkaserne.
    Am 22.9.1949 verließen die ersten 450 Lagerbewohner die Jägerkaserne, ziel
    mit Zug nach Ulm. Weitere 350 Tschechen am nächsten Tag. Rund 100
    Personen in andere Lager, einige als Privatpersonen in Eichstätt. Ende Sept
    ember war die Jägerkaserne leer.
    Das weitere Schicksal der Jägerkaserne
    18.8.1950 Ankündigung der Amerikaner, die Jägerkaserne zurückzugeben.
    Am 30.8.1950 waren einige Wohnungen dort renoviert und belegt.
    30.9.1950 Bericht in der Eichstätter Zeitung über Weiterverwendung für die
    Bereitschaftspolizei.
    Im November 1951 erste Stammbeamte der Bereitschaftspolizei II BPA in
    Rebdorf.
    Im April 1952 zogen die ersten beiden Hundertschaften in die Jägerkaserne
    ein.
    Das 1. Nebenlager in der alten Wehrmachts-Kommandatur
    Eine kurze Übersicht über deren Entwicklung
    Das 2. Nebenlager in der Gemmingenstraße 4
    Die Vorgeschichte des Gebäudes
    Hier könnte man nun in großem Umfang die Geschichte dieser Institution, der
    Landwirtschaftsschule in Eichstätt, ausbreiten. So interessant diese auch sein
    mag, hier nur in aller Kürze:
    1902 – Begründung einer Landwirtschaftsschule in Eichstätt in der ehemaligen
    Notre Dame Kirche Am Graben 68.
    1904 – Erwerb eines Grundstücks durch den Bezirksbienenzucht- und
    Obstbauvereins Eichstätt sowie satzungsgemäßer Nutzung mit im
    Maximum 232 Obstbäumen und einem Bienenvolk.
    1938 – Zwangsweises Aufgehen des Vereins im Reichsnährstand.
    Im gleichen Jahr noch Baubeginn eines Neubaus für die
    Landwirtschaftsschule durch den Reichsnährstand, auf „seinem“
    Grundstück, da die alte Schule Am Graben zu klein geworden war.
    Wichtig für die Zukunft: Das neue Gebäude wurde vom Reichsnährstand
    mit Hilfe von staatlichen und kommunalen Geldern gebaut, auf dem
    Grundstück, das dem Bezirksbienenzucht- und Obstbauverein Eichstätt
    weggenommen wurde.
    xxxx – Bau konnte nicht vollendet und bestimmungsgemäß bezogen werden:
    es fehlten kriegsbedingt Teile des Heizsystems.
    1940 – bis dahin Lazarett für Kriegsgefangene
    1940 – ab dann Lazarett für deutsche Soldaten
    1945 – von der amerikanischen Militärbehörde für die UNRRA confisziert
    1949 – DP-Nebenlager aufgelassen
    1949 – ab dann juristischer Streit um das Eigentum an Grundstück und Haus
    Was jetzt in diesem Zusammenhang wichtig und entscheidend sind, sind die
    Jahre 1945-1949. Das ist die Zeit des DP-Nebenlagers.
    Die alte Landwirtschaftsschule: von DPs bewohnt
    Der Weg der DPs nach Eichstätt
    Es waren wohl, schlussendlich, orthodoxe Juden. In einem letzte Schritt kaon
    sie im November 1946 aus den Nebenlager Wildbad bei Burgbernheim, so 50
    km nordwestlich von Eichstätt. In den Gebäuden dort war es zu kalt für den
    Winter, und so wollten sie umziehen, und konnten dies schließlich auch.
    Möglicherweise gerieten sie über die DP-Lager in Bamberg, oder Pocking über
    Burgbernheim nach Wildbad. Unklar ist jedoch, aus welchen Ursprungsländern
    sie kamen. Möglicherweise jedoch aus dem Baltikum. Sie haben sie sich aber
    wahrscheinlich auf Jiddisch verständigen können.
    Das Heizproblem und die DPs
    Fraglich ist allerdings: Wenn das Gebäude der Landwirtschaftsschule nach
    1938 nicht fertiggestellt werden konnte, weil wesentliche Teile des Heizsystems
    gefehlt haben, wie konnte es dann 1945/1946, ja schon früher in seiner
    Funktion als Lazarett, dort drinnen warm werden im Winter?
    Ich kann mich erinnern, irgendwo gelesen zu haben, dass zur Zeit, in der die
    DPs dort wohnten, Ofenrohre durch die Fenster schauten und rauchten. Waren
    die Fenster dazu offen? So etwas machte man sicher nur, wenn man mit
    keinem längeren Aufenthalt dort rechnen brauchte. Obwohl: Den Überlebenden
    der Konzentrationslager war dies oft ziemlich egal, sie hatten doch meist eine
    gravierende, und nachvpllziehbare, Schädigung auch in ihrem Geist erl
    Die jüdisch-orthodoxen Einrichtungen
    Der Betsaal
    Das Ritualbad
    Es gab im Gebäude Gemmingenstraße 4 offensichtlich eine Mikwe, die
    irgendwo im Keller untergebracht war. Dieses Ritualbad braucht allerdings
    Kontakt mit fließendem Wasser., und meist wurde dafür das Grundwasser
    genützt.
    Zwei Fragen kommen nun hoch:
     Wie hoch lag damals der Grundwasserspiegel an dieser Stelle?
     Und: Wie kamen die Juden, auch mit Hilfe des Joint, an das
    Grundwasser, ohne die Bausubstanz zu verändern und vermutlich zu
    schädigen?
    Die Hochschule
    Es gab dort auch eine Jeschiva, eine jüdische Hochschule einer bestimmten
    Ausrichtung, hier nach aus dem Ungarischen stammenden Rabbis, den … Die
    Studierenden an dieser Jechiva, ich kann mich an die Zahl 20 erinnern,
    mussten auch noch zusätzlich im Gebäude beherbergt werden.
    Die Abreise der DPs
    Davon weiß ich im Augenblick noch nichts.
    Es gibt dazu eine Menge alternativer Möglichkeiten:
  • Grüppchen sind illegal ab 1947 nach Palästina aufgebrochen. Die Zahl der
    DPs im Gebäude nahm dadurch immer mehr ab.
     Die meisten von den DPs sin nach der Staatsgründung 1948 ganz offiziell
    nach Israel. Dann wäre das Gebäude allerdings praktisch schon 1948 fast
    leer gewesen und nicht mal 1 Jahr lang bewohnt.
     Ein Teil ist (nach 1948) nach Israel, ein anderer nach den USA und
    anderen Staaten.
    Sicher ist jedenfalls, aus mehreren Quellen belegt, dass das DP-Lager im Jahr
    1949 aufgelöst wurde, und sicherlich deshalb, weil kaum noch Bewohner
    vorhanden waren.
    Die Zeit bis zum Abriss der Landwirtschaftsschule
    Eiin weiteres ist sicher: Das Gebäude der Landwirtschaftsschule in der
    Gemmingenstraße 4 ist 2019 abgerissen worden. Heute (2022) ist an seiner
    Stelle nur noch ein Kiesfleck zu sehen, sogar, von Satelliten aus, in google
    maps. Die Planung für eine Überbauung durch das Landratsamt Eichstätt ist
    allerdings nach Auskunft des Landratsamts derzeit noch im Gange (2022).
    Was in der Zeit zwischen 1949 und 2019, also in 70 Jahren, damit geschehen
    ist, ist mir nicht in allen Details präsent, und ist sicherlich nicht von Belang für
    oder auch nur wichtig die Existenz des DP-Nebenlagers.. Offensichtlich aber
    ging der juristische Streit um Haus und Grundstück auch noch nach 1971
    weiter.
    Aber, auf alle Fälle: Das Gebäude wurde am Schluss als Berufsschule genutzt,
    und wurde, wegen eines Neubaus der Berufsschule, ein paar Meter weiter,
    nicht mehr benötigt. Eine denkmalpflegerische Bestandsaufnahme ist wohl vor
    dem Abriss nicht erfolgt.
    So bleibt die Nutzung als DP-Lager (-Nebenlager) eine Episode, die der
    Vergangenheit angehört und schon seinerzeit kaum wahrgenommen wurde,
    verständlicherweise, da die Amerikaner deutsche Behörden fast völlig außen
    vorließen (als Schutz für die Juden vor den Deutschen). Nur die Feuerwehr
    musste mal ins Hauptlager einrücken um einen eher trivialen Brand zu löschen.
    Zusammenfassung
    Anhang
    Anmerkungen
    1
    Verschleppte
    2
    Repatriierung
    3
    Einwanderung
    4
    Polenflucht
    5
    Harrison Report
    6 Zusammenleben von Juden
    Literaturverzeichnis
    Bavariathek:
    https://www.bavariathek.bayern/wiederaufbau/orte/detail/eichstaett/151
    (abgerufen am 19.3.2022)
    Donaukurier:
    Als der Krieg nach Eichstätt kam (12. April 1945)
    https://www.donaukurier.de/lokales/eichstaett/Als-der-Krieg-nach-Eichstaettkam;art575,4548483
    Sternenbanner am Rathaus (25. April 1945)
    https://www.donaukurier.de/lokales/eichstaett/Sternenbanner-amRathaus;art575,4559565
    Ettle, Elmar (1985), Die Entnazifizierung in Eichstätt, Peter Lang GmbH,
    Frankfurt am Main
    Königseder, Angelika, Wetzel Juliane (2004), Lebensmut im Wartesaal,
    Fischer, Frannkfurt am Main
    Reis, Helmut (1983), Chronik der Jägerkaserne Eichstätt 1933-1952 (2.
    Aufl.). II. Bereitschaftspolizeiabteilung Eichstätt
    Schoeps, Julius H. (2001), Leben im Land der Täter, Jüdische Verlagsanstalt,
    Berlin
    Tobias, Jim G. (2002), Vorübergehende Heimat im Land der Täter,, Antogo
    Uris, Leon, Exodus
    Worterklärungen
    DPs (Displaced Persons)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Displaced_Person
    (abgerufen am 19.3.2022)
    https://dpcamp.de/interview-dr-juliane-wetzel/
    (abgerufen am 19.3.2022)
    DP-Lager
    https://de.wikipedia.org/wiki/DP-Lager
    (abgerufen am 19.3.2022)
    Eichstätt
    https://de.wikipedia.org/wiki/Eichst%C3%A4tt
    (abgerufen am 19.3.2022)
    https://www.eichstaett.de/geschichtstafel/
    (abgerufen am 19.3.2022)
    IRO (International Refugee Organization)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Fl%C3%BCchtlingsorganisation
    (abgerufen am 19.3.2022)
    UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Nothilfe-
    _und_Wiederaufbauverwaltung_der_Vereinten_Nationen
    (abgerufen am 19.3.2022)
    Zwangsarbeiter
    https://de.wikipedia.org/wiki/NS-Zwangsarbeit
    (abgerufen am 19.3.2022)

Aus meinem Lebenslauf

  • Geburt im Jahr 1955 in München (beim Gärtnerplatz).
    Auch meine Eltern sind in München geboren.
  • Studium Elektrotechnik/Nachrichtentechnik an der TU in München
  • Fa. Siemens in München (19 Jahre).
  • DBU Deutschland Geschäftsstelle in München (4 Jahre)
  • Bioladen in München (9 Jahre)
  • der Rest selbstständig (Umwelt-Infos, Internet-Buchhandel, Websites-Realisierung, etc.)

Unterkunft in Eichstätt

Es ist nicht ganz einfach.

Gerne hätte ich eine Unterkunft, die mir den Besuch einer Vorlesung und einer Übung pro Woche an der KU ermöglicht, ohne viel Fahrt- oder Pensionskosten. Es geht hier erst mal um die Monate Mai, Juni und Juli 2022.

Natürlich ist eine potentielle Unterkunft nicht auf diese Monate limitiert. Leider kann ich das aber zum jetzigen Zeitpunkt (28.3.2022) noch nicht definitiv sagen.

Wenn ihr da was anzubieten oder auch nur eine Idee habt: Unterkunft@WernerLiegl.de

WernerLiegl.de

Hallo, und herzlich willkommen auf meiner Website!

Sie finden hier das, was mir im Augenblck wichtig ist, es in die Welt hinauszuposaunen:

Meine Vergangenheit

DP-Nebenlager Eichstätt

In Eichstätt gab es von 1945-1949 2 DP-Hauptlager:

– in Eichstätt selber in der ehemaligen Jägerkaseerne.
– im Ortsteil Rebdorf im ehemaligen Arbeitshaus.

Was mich nun interessiert (weil es einigermaßen übersichtlich, aber leider kürzlich restlos beseitigt worden ist), ist das 2. Nebenlager in Eichstätt, nämlich das in der ehemaligen Landwirtschaftsschule in der Gemmingenstr. 4.

Einen ersten Versuch eines Forschungsansatzes zu diesem Thema findet ihr hier.

Früh verstorbene Ehefrauen der Liegls

Centa Liegl (1896-1934), Großmutter väterlicherseits

Ehefrau von Hans Michael Liegl ( 1896-1968)
geb. 24.01.1896, verh. 04.05.1925, gest. 16.06.1934
Sohn Hans Liegl (1926-2012) war 7.
Wiederheirat von Hans Michael 1943 mit Theres Waas

Anna Margaretha Zinner (1869-1916), Urgroßmutter väterlicherseit

Ehefrau von Sebastian Liegl (1866-1944)
geb.10.11.1869, verh. 19.10.1895, gest. 20.09.1916
Sohn Hans Michael war gerade 20.

Magdalena Lainer (1806-1854), Stief-Ururgroßmutter väterlicherseits

Ehefrau von Sebastian Liegl (1803-1871)
geb. 20.04.1806, verh. 20.06.1841, gest. 13.10.1854 (Cholera?)
Sohn Andreas Liegl (1845-1908) war knapp 13.
Wiederheirat von Sebastian Liegl mit Anna Maria Bader

Barbara Greiner (1776-1806), Urururgroßmutter väterlicherseits

Ehefrau von Johann Michael Liegl (1777-1843)
geb. 23.11.1776, verh. 25.11.1801, gest. 4.12.1808
Sohn Sebastian war 5.
Wiederheirat von Johann Michael Liegl ?

Das Textilgewerbe

Was ich bisher vernachlässigt, ja eigentlich völlig übersehen, habe, ist die gewerbliche Betätigung der Liegls.

Soweit ich das alles nun aus meinem Kopf rekonstruieren kann, sah es in den letzten Generationen vor mir wie folgt aus:

Ururgroßvater, Urgroßvater, Großvater: also 3 Generationen

Sebastian Liegl (1803-1871)
In einem Dokument wird er als Weber bezeichnet.

Sebastian Liegl (1866-1944)
Er hatte eine Urkunde als Schneidermeister.

Johann Michael Liegl (1896-1968)
Auch er war Schneidermeister mit Brief.

Alle 3 waren in der Textilbranche, und zumindest die beiden letzteren waren selbstständig. Vermutlich auch der ältere Sebastian, der ja in Grafenkirchen geboren und in München-Haidhausen gestorben ist. Vermutlich hat er die Weberei in Heimarbeit (vieleicht im Winter) ausgeübt, denn er war ja auch noch der Erbe eines halben Hofs (heute würden wir vielleicht sagen: ein Nebenerwerbslandwiort)

Die entsprechenden Dokumente, aus denen die Berufe und deren Ausübung der 3 hervorgehen, muß ich noch zusammenstellen.

Sebastian (1803-1871)

Berufe:
1831 Antrag bei Landger. Waldmünchen: Der Weberprofession kundig
1832Beschluß Landger. Waldmünchen: Halbbauerssohn aus Grafenkirchen
1835 Steckbrief: Halbbauerssohn
1841 Trauungsmatrikel : Taglöhner (In Pastetten/ Forstinning, 38 Jahre alt)
1941 Taufmatrikel Andreas: Franzhäusler (Mieter/Pächter in Pastettten Nr. 8, 38 Jahre alt)
1856 Hochzeitsmeldungen: Herbergsbesitzer (Wohnungsbesitzer in Haidhausen, 53 Jahre alt)
1871 Sterbematrikel: Packträger (in München-Haidhausen, 68 Jahre alt)

Daher vermute ich nun: Seb. Liegl hat zwar Weber gelernt, den Beruf nach 1831 aber nicht mehr ausgeübt.

Sebastian Liegl (1866-1944)

Mein Urgroßvater, der lange vor meiner Geburt gestorben ist, an einer Lzungenentzündung mitten im Bombenkrieg in München.
Den (nachträglich, 1935, von der Stadt München ausgestellten) Anmeldeschein für sein Schneidergewerbe hab ich im Original in meinem Familienarchiv.

Johann Michael Liegl(1896-1968)

Mein Opa. Da hab ich das Original seines Meisterbriefs als Herrenschneider (ausgestellt von der Handwerkskammer von Oberbayern am 23.10.1923) an der Wand hängen.