Das Textilgewerbe

Was ich bisher vernachlässigt, ja eigentlich völlig übersehen, habe, ist die gewerbliche Betätigung der Liegls.

Soweit ich das alles nun aus meinem Kopf rekonstruieren kann, sah es in den letzten Generationen vor mir wie folgt aus:

Ururgroßvater, Urgroßvater, Großvater: also 3 Generationen

Sebastian Liegl (1803-1871)
In einem Dokument wird er als Weber bezeichnet.

Sebastian Liegl (1866-1944)
Er hatte eine Urkunde als Schneidermeister.

Johann Michael Liegl (1896-1968)
Auch er war Schneidermeister mit Brief.

Alle 3 waren in der Textilbranche, und zumindest die beiden letzteren waren selbstständig. Vermutlich auch der ältere Sebastian, der ja in Grafenkirchen geboren und in München-Haidhausen gestorben ist. Vermutlich hat er die Weberei in Heimarbeit (vieleicht im Winter) ausgeübt, denn er war ja auch noch der Erbe eines halben Hofs (heute würden wir vielleicht sagen: ein Nebenerwerbslandwiort)

Die entsprechenden Dokumente, aus denen die Berufe und deren Ausübung der 3 hervorgehen, muß ich noch zusammenstellen.

Sebastian (1803-1871)

Berufe:
1831 Antrag bei Landger. Waldmünchen: Der Weberprofession kundig
1832Beschluß Landger. Waldmünchen: Halbbauerssohn aus Grafenkirchen
1835 Steckbrief: Halbbauerssohn
1841 Trauungsmatrikel : Taglöhner (In Pastetten/ Forstinning, 38 Jahre alt)
1941 Taufmatrikel Andreas: Franzhäusler (Mieter/Pächter in Pastettten Nr. 8, 38 Jahre alt)
1856 Hochzeitsmeldungen: Herbergsbesitzer (Wohnungsbesitzer in Haidhausen, 53 Jahre alt)
1871 Sterbematrikel: Packträger (in München-Haidhausen, 68 Jahre alt)

Daher vermute ich nun: Seb. Liegl hat zwar Weber gelernt, den Beruf nach 1831 aber nicht mehr ausgeübt.

Sebastian Liegl (1866-1944)

Mein Urgroßvater, der lange vor meiner Geburt gestorben ist, an einer Lzungenentzündung mitten im Bombenkrieg in München.
Den (nachträglich, 1935, von der Stadt München ausgestellten) Anmeldeschein für sein Schneidergewerbe hab ich im Original in meinem Familienarchiv.

Johann Michael Liegl(1896-1968)

Mein Opa. Da hab ich das Original seines Meisterbriefs als Herrenschneider (ausgestellt von der Handwerkskammer von Oberbayern am 23.10.1923) an der Wand hängen.

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