Fremde – Liegls in der Oberpfalz?

Fremd ist der Fremde nur in der Fremde
(Karl Valentin)

Mein ältester erfaßter Liegl wurde 1676 in Albernhof/ Waldmünchen geboren. Es kann gut sein, daß ich bei entsprechender Anstrengung und gehörigem Zeitaufwand bis zum Ende des 30jährigen Kriegs im Jahr 1648 (von davor sind ja nur noch eher selten Kirchenbücher übrig geblieben worden) noch weitere Geburten von Liegls in der Oberpfalz auffinden kann.

Aber irgendwann ist Schluß. Irgendwann stellt sich wohl der Fall ein, daß ich zwar noch eine Hochzeit, die Taufe von Kindern oder eine Beerdigung eines Liegl dokumentieren kann, aber nicht mehr dessen Geburt, zumindest nicht an diesem seinem, eben späteren, Lebensort. Gleiches gilt auch für amtliche Briefprotokolle, die die Anwesenheit von Personen bestimmten Namens zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort widerspiegeln.

Das wird dann wohl bedeuten, daß er an einer anderen Stelle geboren wurde, und sich erst im Laufe seines Lebens, temporär oder endgültig, hier in der Oberpfalz niedergelassen hat.

Dafür sehe ich im Augenblick zwei wesentliche Motive:

  1. Neubesiedelung:
    Eine Gegend, ein Ort, wurde im 30jährigen Krieg so in Mitleidenschaft gezogen, daß dort kaum noch Menschen überlebt haben. Der dortige Regionalregent suchte sich nun anderswo ansiedlungswillige und leistungsfähige Menschen für eine Neubesiedelung. Dabei war es realiter kein großer Unterschied, ob diese Umsiedelung freiwillig geschah oder unter Zwang. Jedenfalls tauchten an diesem Ort dann Menschen auf, die dort nicht geboren waren, vielleicht sogar eine fremde Muttersprache hatten, und einige blieben dann wohl auch Generationen lang dort, und deren Nachkommen, durchaus auch welche mit dem gleichen Familiennamen, leben heute noch in dieser Gegend.
  2. Wandergewerbe:
    Es ging um Gewerbe, das entweder nur temporär an einem Ort verrichtet wurde, oder Spezialisten, die zur Etablierung eines Gewerbszweiges in eine Gegend versetzt wurden, möglicherweise ohne Rücksicht auf deren eigene Lebenspläne (falls es im 17. Jahrhundert oder davor schon sowas gegeben haben sollte). Auch diese Spezialisten, ob nun temporär oder dauerhaft in der Gegend tätig, werden Spuren im Sinne von Nachkommen hinterlassen haben, deren Nachkommen dort vielleicht heute noch deren Familiennamen tragen.

Bei letzterem könnte man noch

2a Wanderarbeiter
wie Hirten, Schmiede, etc., die einen temporären Bedarf deckten,
und
 
2b Gewerbespezialisten
wie Hüttenarbeiter, Glasschleifer, etc., die einen neuen Gewerbezweig aufbauten, unterscheiden.

Jedenfalls konnten beide Möglichkeiten 1 und 2 (2a und 2b) im Gebiet der heutigen Oberpfalz, vor allem in ihrem östlichen waldigen Teil, speziell auch um Waldmünchen, zugetroffen haben. Der Familienname Liegl, und die damit verbundenen Eigenheiten der Träger dieses Namens, konnte durchaus in den (Nach-) Wirren des 30jährigen Kriegs und der Pestepidemien aus entfernteren Gegenden eingewandert (worden) sein. Sie waren also Fremde (ja möglicherweise sogar Flüchtlinge) die sich dort etabliert haben, ob die restliche Bevölkerung dabei glücklich war oder nicht. Aber ich denke, das hat bei der kaum zu durchschauenden, auch kleinräumigen und kurzzeitigen, Vereinzelung der Herrschaftsverhältnisse keine entscheidende Rolle gespielt. 

Gar nicht zu reden von den Folgen des damaligen Grundsatzes „Cuius regio, eius religio“, also (bayrisch), wer regiert, schafft an, bestimmt auch die Religion seiner Untertanen. Dadurch wurden Gegenden in der heutigen Oberpfalz nach Jahrhunderte langem Katholikentum zwischen Calvinismus und Protestantismus, und dann im Endeffekt doch wieder ihrer katholischen Religion, hin- und her geworfen. Nicht alle wollten das mitmachen, und auch dadurch haben sich Fluchtbewegungen etabliert.

1679

1679

Ich hab mir in der Anfangsphase meiner ernsthaften Ahnenforschung leider nicht notiert, woher ich dieses Datum habe. Aber zumindest kann ich mich erinnern, was es bedeuten soll: Es ist das Geburtsjahr von Stephan Liegl sen. Der sen. stammt von mir, um ihn von einem seiner Söhne, Stephan Liegl jun. zu unterscheiden. Auch natürlich das jun. dieses Sohns, meines direkten Vorfahrens.

Stephan Liegl

1679 also ist Stephan Liegl sen. geboren. Und ich hab mir wenigstens notiert, wo, nämlich in Untergrafenried. Dort ist er dann wohl auch 1745 gestorben, obwohl ich inzwischen Hinweise hab, daß er in Rannersdorf, so 10 km südlicher, Bauer war. Könnte immerhin sein, daß er sich zum Sterben zurück an den Ort seiner unmittelbaren Herkunft begeben hat. Sein Vater lebte da möglicherweise zwar nicht mehr, aber vielleicht war der Hof in Untergrafenried ja noch in Familienbesitz.

Jede Menge Vermutungen. Wie bekomme ich da wohl Licht ins Dunkel? Der Zeitraum ist ja immerhin schon fast 400 Jahre vorbei, und er liegt zumindest nach dem Ende des 30jährigen Kriegs und der Pest, die beide ja halb Europa menschenarm und eher chaotisch hinterlassen haben. Und der auch für Ahnenforscher eine fast nicht zu durchschreitende zeitliche Grenze darstellt, da u.a. in seinem gewalttätigen Verlauf ein Großteil der Kirchenbücher vernichtet wurde, die ja damals eine der wenigen amtlichen Standes-Dokumente waren. Nebenbei natürlich heute die Hauptquellen für Ahnenforscher.

Also: Wo könnte ich noch Details über das Leben von Stephan sen. finden?

Als erstes kann ich ja noch einen sehr gründlichen Blick in die noch vorhandenen Kirchenbücher werfen, feststellen, was hab ich daraus schon erfahren, und wo könnten noch Infos liegen.

Untergrafenried

Wo? Untergrafenried gehörte und gehört heute noch zur Pfarrei Ast. Deren Kirchenbücher wurden zur fraglichen Zeit aber in Waldmünchen, bei St. Stephan, geführt. Wieder Stephan. Allerdings ist früher die Entfernung von Untergrafenried zur Pfarrkirche in Ast, die gut 10 km beträgt, kaum zu Fuß zurückzulegen gewesen. Naturlich auch heute nicht, zum Beispiel mit einem eben geborenen Täufling im Arm, Aber heute ist man/frau ja auto-motorisiert.

Grafenried

Damals jedoch hatten die Menschen von Untergrafenried noch eine andere kirchenamtlich anerkannte Möglichkeit: Sie konnten nach Grafenried gehen, erst zu einer Kapelle, ab 1788 dann zur Kirche St. Georg, in der sie sogar eine eigene Nebensakristei hatten, nicht sehr weit entfernt von ihrem Wohnort. Grafenried, und einige Orte in der Nähe, wurden allerdings durch klein- und groß-politische Ereignisse immer wieder zwischen Territorien hin und her verfrachtet, verwaltungsmäßig. Böhmen – Obere Pfalz, K&K-Habsburgerland, Deutschland, Österreich, Tschechoslowakei, waren daran beteiligt. Heute ist Grafenried eine Wüstung, ein untergegangener, eigentlich vernichteter, Ort ein paar hundert Meter nordöstlich der deutsch-tschechischen Grenze.

Aber es existieren noch Kirchenbücher aus Grafenried, und die sind zum Teil sogar online zugänglich. Im Gegensatz zu denen von Ast oder Waldmünchen, die ins Bistumsarchiv nach Regensburg gewandert wurden und dort zur Zeit unter Verschluß liegen. Glücklicherweise konnte ich dort schon früher einen, leider beschränkten, Blick in abgenützte Filmkopien der letzteren werfen.

Was bleibt

mir also im Augenblick bei diesem Thema zu tun?

Zwei oder drei der folgenden Dinge:

– In den Online-Matrikeln  von Grafenried suchen. Die sind glücklicherweise größtenteils auf Deutsch und Latein verfasst, wie die im Westen halt auch.

– Auf die Online-Stellung der Kirchenbücher des Bistums Regensburg warten. Dies sollte eigentlich irgendwann in diesem Jahr noch der Fall sein.

– In den Fotos von den Regensburger Kirchenbüchern, die ich und andere von den Filmkopien gemacht haben, nach übersehenen Infos suchen.

Im Grunde ist das alles allerdings eher nutzlose Mühe, bis die Regensburger ihre Kirchenbücher online zugänglich gestellt haben, hoffentlich frisch digitalisiert. Aber immerhin kann ich mich inzwischen noch im Lesen dieser Jahrhunderte alten Handschriften üben. Das stellt natürlich für jeden Ahnenforscher, jede Ahnenforscherin, eine unabdingbare Voraussetzung dar, wenn man/frau seinen/ihren Job sinnvoll tun möchte.

Allerdings kann es durchaus auch sein, daß auch die alten Kirchenbücher aus Ast und Waldmünchen keine verwertbaren Details mehr preisgeben. Dann bleiben noch, möglicherweise, amtliche Dokumente im zuständigen Staatsarchiv Amberg. Das liegt allerdings einfach gut 4 Stunden entfernt, und ein solches Unterfangen ist  an einem einzelnen Tag, per Bahn hin und zurück und ein paar vielleicht fruchtlose Stunden im Archiv, kaum sinnvoll realisierbar.

Wege und Stationen

Wege und Stationen

Der Weg der Liegls – und ihre Stationen, ihre Rastplätze, und ihr Weg dazwischen, den meist nur Einzelne unternommen haben, das sind wichtige Teil-Themen auf meinem persönlichen Weg.

Ich geh für das Folgende nun mal von der Gegenwart aus.

In welcher der beiden Phasen sind wir, die heutigen Liegls unserer Familie? Oder lassen sich die diskreten Phasen gar nicht mehr klar trennen, wenn man gerade drinsteckt, vielleicht eben nur aus einer gewissen zeitlichen Distanz?

Also, was?

Bei unseren Eltern und Großeltern war’s noch ziemlich klar, wenigstens dieser Aspekt. Unser Vater und unsere Mutter sind im heutigen Münchner Stadtgebiet geboren, haben uns 5 Geschwister dort geboren und aufgezogen, und sind auch dort gestorben. Auch deren Eltern. 

Väterlicherseits auf alle Fälle: 

Unser Großvater hat im Glockenbachviertel seine frühe Kindheit verbracht, ist dann vor seiner Schulzeit schon zum Gärtnerplatz hingezogen (worden), mit 63 noch nach Giesing, wo er dann seinen Lebensabend, leider nur mehr 8 Jahre, verbracht hat. Die beiden Weltkriege, an denen er teilnehmen mußte, haben ihn fertiggemacht.


Auch unsere Großmutter, die niemand von uns kennengelernt hat, weil sie schon 1934 gestorben ist, ist, in ihrem Fall eher zufällig, in München geboren, in der Winzererstraße, beim Nordbad. Eigentlich stammten ihre Eltern aus der Gegend um Weilheim. Auch sie lebte beim Gärtnerplatz, und starb erst, als sie einen, wohl den wichtigsten, Lebensmittelpunkt in der Innenstadt, ihren Feinkostladen am Radlsteg 2, beim Tal, eingerichtet hatte.

Mütterlicherseits

ist es, in Bezug auf Bleiben oder Gehen, deutlich unklarer. Ihr Vater ist wohl auch in München geboren und wurde auch hier protestantisch getauft, ist dann aber am Ort seiner Verwandten, in Lindenhardt/ Landkreis Bayreuth in Oberfranken, in die Schule gegangen. Ihre Mutter, also meine Großmutter, wurde allerdings, als einzige in diesem trauten Kreis, nicht in München geboren, sondern in Kirchötting im Landkreis Erding. Die Heirat beider fand aber katholisch in Hl. Geist statt.

Und wir selber, die Nachkommen unserer Eltern? Vom nordwestlichen Oberbayern ins südwestliche, ins westliche Schwaben, sogar bis in den frankisch geprägten Nordosten Baden-Württemberg, ist alles dabei. Für mich glücklicherweise alles noch Süddeutschland. Auch wenn nun zwei der Kinder noch in München wohnen: Von einem Verbleiben der Liegls an einem Ort kann wohl keine Rede sein. Realistisch gesehen scheinen es sich die nächsten Generationen im Landkreis Landsberg am Lech gemütlich zu machen, am Westrand von Oberbayern. Oder eben doch ganz woanders. Das wird man wohl erst in 100 Jahren, ein paar Generationen in der Zukunft, klarer sehen können.

Die Liegls der Vergangenheit

Nun würde ich, schon weil ich da ein persönliches Interesse daran hab, mich um die Wege und Stationen der Vorfahren unseres Vaters kümmern wollen, der Träger des Namens Liegl.

Unser Urgroßvater Sebastian jun., der Schneidermeister, wurde 1866 in Haidhausen geboren, 10 Jahre nach dessen Eingemeindung (Haidhausens, nicht des Urgroßvaters) nach München. Er ist also mit Fug und Recht Recht ein Münchner. Damit hat sich’s aber auch. Sein Vater, Sebastian sen., hat seine zweite Frau, aus dem heutigen Regierungsbezirk Schwaben, noch in Haidhausen geheiratet, 1845, als es noch nicht zu München gehörte. Dort verläuft also, väterlicherseits, die Scheidelinie unseres Daseins als MünchnerInnen, ungefähr 1856 mit der Eingemeindung von Haidhausen und der Au (in der, am Rande bemerkt, genau 70 Jahre später unsere Mutter geboren wurde) zusammenfallend. Aber das heißt auch: Auch unsere frühesten Kontakte mit München sind nur so um 150 Jahre alt.

Allerdings würde ich schon sagen: Angesichts der dramatischen Beschleunigung aller historischen Vorgänge kann man das schon als Verweilen bezeichnen, als Station auf einem unbestimmten Weg in die Zukunft.

Also München, Oberbayern. Und was davor?

Eben ein Weg, weg von Grafenkirchen in der mittleren Oberpfalz, mit einer kurzen Zwischenstation im Landkreis Erding. Vielleicht hat es da noch weiterer Zwischenstationen bedurft, die mir im Augenblick noch nicht zugänglich sind. Denn die Gesamtentfernung, die ein einzelner unserer Vorfahren, Sebastion sen. zurückgelegt hat, ist doch bedeutend, gefühlt so 3 Tagesetappen zu Fuß. Er hatte allerdings sicherlich schon andere Möglichkeiten, sich fortzubewegen, als er sich 1840 von Grafenkirchen nach Pastetten aufmachte, um dort ein Gütl zu kaufen, und wohl, um dort zu leben. 

Viel unklarer sind mir allerdings bis heute seine Motive dafür. Sein Vater, Michael jun., hatte in Grafenkirchen einen Hof, und Sebastian war sein erster Sohn, eigentlich der Hofnachfolger. Aber im Allgemeinen geht sowas nur, wenn man geheiratet hat und mit seiner Frau auf dem Hof lebt. Sebastian wollte aber, er war da schon älter als 30, eine Wirtstochter aus Grassersdorf, so 10 km nordwestlich von Grafenkirchen, seinem Geburtsort, heiraten. Aber das hat wohl nicht geklappt. Er mußte damals in einem anderen Alt-Landkreis ein Wohnrecht beantragen, und sich auch noch die Heirat behördlicherseits genehmigen lassen. Beides war nicht möglich. 

Ich nehme mal an, diese Niederlagen haben ihm dermaßen das Gemüt verhagelt, daß er die Gegend verlassen hat. Dazu kommt auch noch eine steckbriefliche Suche wegen einem Vergehen, sodaß er dann auch wohl noch nach Oberbayern musste, wo ihn die Behörden aus der nachmaligen Oberpfalz nicht mehr greifen konnten. Zumindest erst mal, er lebte dort, in Pastetten im Landkreis Erding, ja auf seinem Gütl, heiratete wirklich ein erstes Mal, und hatte einen Sohn. 

Allerdings zog es ihn so 5 Jahre später, so um 1845, dann doch weiter nach Haidhausen, erst mal mit Frau und Kind. Erstere starb dann später wohl an der Cholera, als eines der letzten Opfer der Seuche, und der Sohn landete dann nach in seinen 40ern im Gefängnis. Danach hatte dieser mit seiner Frau, aus Österreich, eine Tochter, die in München blieb und hier auch eine Familie gründete. Sebastian sen. aber heiratete in Haidhausen noch ein zweites Mal, und nach vier Kindern, die maximal 2 Jahre alt wurden, wurde Sebastian jun geboren, sein Vater war da schon über 60 und starb 5 Jahre später. Sebastian jun. wuchs dann erst mal mit einem Stiefvater auf und strampelte sich dann zum Schneidermeister in der Klenzestraße im Glockenbachviertel, damals wohl eher weniger trendy als heut, auf.

Zurück zu Sebastian sen. Nach seinem wodurch auch immer bedingten Abschied von der Oberpfalz wurde sein jüngerer Bruder Johann Hofnachfolger in Grafenkirchen, und sein Vater starb dort als Austragsbauer. Der Verbleib der Hofstelle dort wird in Zukunft noch eines meiner Themen bleiben.

Jedenfalls: Die Liegls haben dort über 3 Generationen gelebt. Sebastians Vater Michael jun. und sein Großvater Michael sen (von mir einfach der Übersicht wegen so genannt) sind dort geboren und auch gestorben. Sein Urgroßvater Stephan jun. hat in den Hof seiner Urgroßmutter, eben in Grafenkirchen, eingeheiratet. Das wären, geschätzt, nun wieder 150 Jahre Aufenthalt dort, in Grafenkirchen Nr. 5.

Besagter Stephan jun. gab bei seiner Heirat die Herkunft „de Rannersdorf“ an, ein Dorf, das ein paar km weiter nördlich gen Waldmünchen hin lag, aber zur gleichen Pfarrgemeinde, der von Ast, heute ein Ortsteil von Waldmünchen, gehörte. Der Pfarrer, der diese Eintragung in der Traumatrikel machte, wußte also vermutlich sehr wohl, was er tat. Rannersdorf war allerdings, für Stephan jun. zumindest, auch nur eine Übergangsstation. Er war nicht der erste Sohn seines 
Vaters Stephan sen, und damit auch nicht der Hoferbe, und er mußte gehen, wenn er sich verheiraten und eine Familie gründen wollte.

Nun bin ich fast schon am Ende meiner Weisheit, wenn man das in diesem Zusammenhang so sagen kann. Stephan sen., das weiß ich noch, kam aus Untergrafenried, auch Pfarrei Ast, nördlich kurz vor der heutigen tschechischen Grenze, geboren 1679. Also in das immer noch existierende Restchaos aus dem 30-jährigen Krieg hinein, der ja auch große Verschiebungen bei der Restbevölkerung bewirkt hat. Auch die Protestanten und die Pest haben ihre Spuren noch europaweit deutlich hinterlassen.

Und seine Vorfahren? Es würde für mich naheliegen, daß sie aus Richtung Böhmen kamen.

Das nachzuweisen, und auch noch eine gemeinsame Vergangenheit der heute in die Tausende gehenden Liegl und Liegel (wie sie sich bald nach ihrer Auswanderung nach Amerika nannten) zu finden: Das wird mich, so wie ich das jetzt sehe, den Rest meines Lebens beschäftigen.

Meine ältesten Liegls

Um meinen gegenwärtigen (8. Juli 2020) Forschungsstand zu demonstrieren, im Folgenden die für mich zur Zeit ältesten Liegls.

Sachsenham/ Haarbach/ Niederbayern

Wolfgang Liegl
geb vor 1570
gest nach1600 in Sachsenham/Haarbach

Adam Liegl
geb vor 1600
gest in Sachsenham/ Haarbach

Gertraud Liegl
geb1692 in Uttlau/Haarbach (Kirchenbuch)

Uttigkofen/ Niederbayern

Dionys Liegl
geb vor 1625
gest in Kröhstorf

Sebastian Liegl
geb um 1650 in Kröhstorf
gest um 1739
begr 1739 in Uttighofen (Kirchenbuch)

Maria Liegl
geb um 1664
gest 1707 in Pörndorf
begr in Uttigkofen (Kirchenbuch)

Sebastian Liegl
geb ABT 1667
gest 1739 in Pörndorf
begr in Uttigkofen (Kirchenbuch)

Albernhof/ Waldmünchen/ Oberpfalz

Andreas Liegl
Colonus in Albernhof
geb 1676 in Albernhof
gest 1742 in Albernhof

Hochabrunn/ Waldmünchen/ Oberpfalz

Johann Liegel
geb um 1669
gest 1729 in Hochabrunn (Kirchenbuch)

Spielberg/ Waldmünchen/ Oberpfalz

Georg Liegel
Bauer in Spielberg
geb um 1681
gest 1731 in Spielberg (Kirchenbuch)

Ulrichsgrün/ Waldmünchen/ Oberpfalz

Georg Liegl
Bauer in Ulrichsgrün
geb vor 1686

Wolfgang LIegl
Bauer in Ulrichsgrün
geb vor1690 in Ulrichsgrün

Untergrafenried/ Waldmünchen/ Oberpfalz

Stephan Liegl
Bauer und Schneider in Rannersdorf
geb 1679 in Untergrafenried
verh vor 1700 in Waldmünchen
verh vor 1705 in Ast
verh vor 1721
gest 1745 in Untergrafenried

Waldmünchen/ Oberpfalz

Christph Liegl
geb vor 1610
verh 1635 in Waldmünchen (Kirchenbuch)

Georg Liegl
Schneider in Waldmünchen
geb vor 1688

Liebe Liegls, liebe sonstige Mitmenschen!

Auf diesen Seiten versuche ich, mein großes Ziel näher zu definieren und den derzeitigen Stand zu dokumentieren:

Woher kommen die Liegls?

Wie hat sich der Name im Laufe der Jahrhunderte geändert?

Oder eben die große Frage:

Wie sind alle Liegls (and all the Liegels in the US) miteinander verwandt?

Denn daß dies so ist, so sein muß, ist mir inzwischen reativ klar, und das möchte ich auch beweisen.

Mal sehen, ob mir das im Laufe des Rests meiner Tage, und Kraft meiner (Rest-)Energie noch gelingt.